Wer seine Ferienwohnung von einem Co-Host oder einer Verwaltung betreuen lässt, bekommt in der Regel jeden Monat eine Abrechnung. Oft besteht sie aus einer Liste von Buchungen und einem Betrag am Ende. Das reicht, um zu wissen, was überwiesen wird. Es reicht nicht, um zu beurteilen, ob die Wohnung gut geführt wird. Ein gutes Eigentümer-Reporting beantwortet drei Fragen: Was wurde eingenommen, wie kam es zustande, und wie steht die Wohnung im Vergleich da?
Die Grundlage: eine nachvollziehbare Abrechnung
Bevor es um Kennzahlen geht, muss die Abrechnung selbst prüfbar sein. Das bedeutet:
- Jede Buchung einzeln mit Kanal, Zeitraum, Anzahl der Nächte und Bruttobetrag.
- Plattformgebühren getrennt ausgewiesen, damit klar ist, was der Gast gezahlt hat und was davon ankam.
- Reinigungsgebühren und Reinigungskosten nebeneinander, damit Überschuss oder Fehlbetrag sichtbar wird.
- Verwaltungsvergütung mit nachvollziehbarer Berechnungsgrundlage.
- Stornierungen mit Angabe, ob und in welcher Höhe eine Auszahlung erfolgte.
Fehlt einer dieser Punkte, lässt sich der Auszahlungsbetrag kaum überprüfen. Gerade die Unterscheidung zwischen dem, was der Gast zahlt, und dem, was nach Gebühren übrig bleibt, wird in vielen Abrechnungen verwischt.
Die drei Kennzahlen, die wirklich zählen
Aus den Buchungsdaten lassen sich wenige Kennzahlen ableiten, die zusammen ein klares Bild ergeben:
- Auslastung: der Anteil der verfügbaren Nächte, die gebucht waren. Sie zeigt die Nachfrage, sagt aber allein nichts über den Preis.
- Durchschnittlicher Tagespreis (ADR): der Umsatz geteilt durch die gebuchten Nächte. Er zeigt, zu welchem Preis verkauft wurde.
- RevPAR: der Umsatz geteilt durch alle verfügbaren Nächte. Er verbindet Auslastung und Preis in einer Zahl und ist deshalb die beste Einzelkennzahl.
Eine hohe Auslastung bei niedrigem Tagespreis kann bedeuten, dass zu billig verkauft wurde. Ein hoher Tagespreis bei niedriger Auslastung kann bedeuten, dass zu teuer angeboten wurde. Erst der RevPAR zeigt, ob die Mischung stimmt.
Vergleichswerte machen Zahlen lesbar
Eine Kennzahl ohne Vergleich ist wenig aussagekräftig. Sinnvoll sind drei Bezugspunkte: derselbe Monat im Vorjahr, der Vormonat und, wenn verfügbar, vergleichbare Inserate im Markt. Gerade der Marktvergleich hilft einzuordnen, ob ein schwacher Monat an der Wohnung lag oder an der Saison.
Was über die Zahlen hinaus dazugehört
Ein gutes Reporting erklärt auch, was passiert ist und was als Nächstes geplant ist. Dazu gehören:
- Neue Bewertungen mit Sternen und den wichtigsten Kritikpunkten.
- Schäden, Reparaturen und Anschaffungen mit Belegen.
- Preisänderungen oder Strategieanpassungen und deren Begründung.
- Ein Ausblick auf die nächsten Monate: aktueller Buchungsstand und auffällige Lücken.
Diese Angaben machen den Unterschied zwischen einer Abrechnung und einem Bericht. Sie zeigen, dass jemand aktiv über die Wohnung nachdenkt.
Typische Lücken in Abrechnungen
In der Praxis fallen immer wieder dieselben Schwachstellen auf. Häufig werden Bruttobeträge der Plattform als Umsatz gezeigt, obwohl ein Teil davon nie beim Eigentümer ankommt. Ebenso oft fehlen die tatsächlichen Reinigungskosten, sodass nicht erkennbar ist, ob die Reinigungsgebühr sie deckt. Auch Stornierungen verschwinden gerne aus der Liste, obwohl gerade sie zeigen, ob die gewählte Stornierungsrichtlinie zur Wohnung passt. Prüfen Sie Ihre letzte Abrechnung gezielt auf diese drei Punkte.
Wie oft und in welcher Form
Monatlich ist für die meisten Eigentümer der richtige Rhythmus. Ein Quartals- oder Jahresrückblick ergänzt das um Trends und den Vergleich mit früheren Zeiträumen. Neben dem PDF-Bericht ist ein Zugang zu einem Dashboard hilfreich, in dem Eigentümer jederzeit den Kalender und den aktuellen Stand sehen können. Bei RM Hospitality nutzen wir dafür das Owner-Dashboard und das Monats-Reporting aus unserer eigenen Software CENTCOM.
Transparenz ist keine Gefälligkeit gegenüber dem Eigentümer, sondern die Grundlage jeder guten Zusammenarbeit.
Fragen, die Sie stellen sollten
Wenn Sie Ihr aktuelles Reporting prüfen oder eine neue Verwaltung auswählen, helfen diese Fragen:
- Kann ich jede Buchung bis zum Auszahlungsbetrag nachvollziehen?
- Sehe ich Auslastung, Tagespreis und RevPAR, und zwar im Vergleich?
- Werden Kosten mit Belegen ausgewiesen?
- Erfahre ich, warum Preise geändert wurden?
Wer diese Fragen mit Ja beantworten kann, hat eine solide Grundlage, um Entscheidungen über seine Wohnung auf Basis von Zahlen statt Vermutungen zu treffen.