Fast jeder Gastgeber investiert irgendwann in professionelle Fotos. Deutlich seltener wird die Wohnung so eingerichtet, dass es überhaupt etwas zu fotografieren gibt. Dabei entsteht ein gutes Titelbild nicht am Shooting-Tag, sondern Monate vorher — bei der Entscheidung über Lichtquellen, Farbflächen, Textilien und Möbelgrößen. Und die gute Nachricht lautet: Was auf Fotos funktioniert, hält meist auch dem Betrieb stand.

Die Kamera sieht Fläche, nicht Geschmack

Ein Raum, der live gemütlich wirkt, kann auf dem Foto unruhig aussehen. Der Grund ist banal: Die Kamera komprimiert Tiefe und macht aus Details Flecken. Sechs verschiedene Kissen sind im Raum ein Muster, auf dem Bild ein Durcheinander.

Reduzieren Sie deshalb die Zahl der Farben, nicht die Zahl der Gegenstände. Eine ruhige Basis aus Wand, Boden und großen Möbeln, dazu zwei bis drei wiederkehrende Akzentfarben — mehr braucht kein Raum. Muster funktionieren, wenn sie groß und selten sind; kleinteilige Muster verschwinden auf Fotos zu Grau.

Licht ist die wichtigste Investition

Der häufigste Fehler in Ferienwohnungen ist eine einzige Deckenleuchte pro Raum. Sie erzeugt harte Schatten, lässt Räume flach wirken und macht Abendaufnahmen unbrauchbar. Drei Lichtquellen pro Wohnraum — Decke, Steh- oder Wandleuchte, Tischleuchte — verändern die Wirkung eines Raumes mehr als neue Möbel.

Achten Sie auf einheitliche Lichtfarbe. Mischen Sie kaltweiße und warmweiße Leuchtmittel, entstehen auf dem Foto grüne und orange Bereiche im selben Bild, die sich nicht sauber korrigieren lassen. Legen Sie eine Farbtemperatur für die ganze Wohnung fest — warmweiß ist in Wohnräumen fast immer die richtige Wahl — und halten Sie sie auch beim Nachkauf durch.

Möbelmaß vor Möbelstil

Zu große Möbel sind der zuverlässigste Weg, eine ordentliche Wohnung klein wirken zu lassen. Ein tiefes Sofa in einem kleinen Wohnzimmer frisst den Raum, den das Foto zeigen soll, und den Weg, den Gäste täglich gehen. Messen Sie vor dem Kauf die Laufwege und nicht nur die Stellfläche.

Bei Betten gilt das Gegenteil: Hier ist Größe ein echtes Verkaufsargument. Ein breites Bett mit hochwertiger Matratze, weißer Bettwäsche und einem sichtbaren Kopfteil trägt sowohl das Foto als auch die Bewertung. Weiße Bettwäsche wirkt außerdem sauber und ist im Wäschekreislauf die einzige Farbe, die sich beliebig ergänzen und heiß waschen lässt.

Materialien, die den Betrieb überleben

Eine Kurzzeitvermietung ist kein Wohnzimmer, sondern ein Betrieb mit hoher Frequenz. Jedes Material sollte zwei Fragen bestehen: Sieht es gut aus, und lässt es sich in zwanzig Minuten wieder herstellen? Helle, unbehandelte Textilien und Hochglanz-Oberflächen bestehen die erste Frage und scheitern an der zweiten.

Praktisch bewährt haben sich abwischbare Oberflächen an Tischen und Küchenfronten, robuste Bodenbeläge statt heller Teppiche, Sofabezüge, die abnehmbar und waschbar sind, sowie Stühle ohne Polster. Wählen Sie Serienprodukte, die es in zwei Jahren noch gibt — ein einzelner beschädigter Stuhl aus einer laufenden Serie ist ein Nachkauf, aus einer Sonderedition ein neues Set.

Die Stellen, die im Foto nie auftauchen

Zwei Bereiche entscheiden über Bewertungen, obwohl sie selten fotografiert werden: Stauraum und Technik. Gäste brauchen Platz für Koffer, freie Kleiderbügel und einen Ort für die eigene Kulturtasche. Ein Kleiderschrank, der zur Hälfte mit Ihren Reserve-Decken belegt ist, wird als fehlender Stauraum wahrgenommen.

Bei der Technik zählen Steckdosen an beiden Betthälften, stabiles WLAN in jedem Raum und ein Fernseher, der ohne Erklärung läuft. Das sind keine Luxusthemen, sondern die Punkte, an denen sich ein Aufenthalt professionell oder improvisiert anfühlt.

Vor dem Shooting: die letzte halbe Stunde

Wenn die Einrichtung stimmt, ist die Vorbereitung schnell. Räumen Sie alles weg, was persönlich ist oder nach Ersatzteil aussieht: Reinigungsmittel, Kabelbündel, Fernbedienungen in der Bildmitte, Info-Zettel an Türen. Ziehen Sie das Bett frisch auf und glätten Sie es straff. Öffnen Sie alle Vorhänge, schalten Sie alle Lampen ein und fotografieren Sie am helleren Teil des Tages.

Und planen Sie Fotos nach jeder größeren Veränderung neu ein. Ein Inserat mit Bildern, die drei Möbelgenerationen alt sind, erzeugt genau die Erwartungslücke, die später in den Bewertungen auftaucht. In unseren eigenen Objekten bei RM Hospitality behandeln wir Fotos deshalb als Teil des Bestands, nicht als einmaliges Projekt.